Folgendes hat sich vor einigen Zeit bei einer meiner Aufstellungsabende zugetragen. Eine Therapeutin empfiehlt einem von ihr betreutem Paar eine gemeinsame Aufstellung zu absolvieren. Beide scheinen nach Annahme der Therapeutin noch sehr stark in den Mustern ihrer Herkunftsfamilien verstrickt zu sein.
Dies hat sich bei der Systemaufstellung auch sehr rasch gezeigt. Doch sehr bald zeigte sich eine weitere Komponente. Das Paarthema war nicht nur von den beiden Herkunftsfamilien dominiert, sondern auch vom Familienunternehmen, dass derzeit noch Eltern des Mannes gehört. Die Firma war gleichzeitig der Fokussierungspunkt von fast allen Problemen – quasi die Spielwiese für viele Streitigkeiten, Missverständnisse und Interpretationen. Dies auch, weil sich auch eine baldige Betriebsübergabe abzeichnete. Um überhaupt mit dem eigentlichen Anliegen des Paares arbeiten zu können, war es zunächst notwendig, den Stellenwert des Unternehmens auf ein “gesundes” Maß zu reduzieren.
Nachbetreuung
Obwohl die Paaraufstellung – die zeitweilig auch zu einer kleinen Organisationsaufstellung mutierte – ein sehr klares Lösungsbild ergab, geht der Weg für die beiden jungen Menschen erst richtig los. Da bewährt es sich, dass ich nur Aufstellungen anbiete, wo es für die Anliegenbringer auch nach der Aufstellung eine professionelle Nach- und Weiterbegleitung gibt. In dem geschilderten Fall ist das die Psychotherapeutin die mit den beiden gemeinsam das sehr, sehr enge Geflecht Paar-Herkunftsfamilie-Unternehmen zu entwirren versucht.