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Der Begriff "systemisch" unter der Lupe

Es gibt wohl kein ähnliches Wort, dass so oft falsch oder irreführend in den Mund genommen wird, wie das Wort “systemisch”. In gewissen Kreisen hat es sich auch als Modewort etabliert, ohne seine genaue Bedeutung zu hinterfragen. Fritz B. Simon wagt dennoch (oder vielleicht gerade deshalb) in seiner kürzlich veröffentlichten Schrift “Einführung in die systemische Wirtschaftstheorie” einen Versuch, den Begriff systemisch anhand den Zusammenhängen in der Wirtschaft zu erklären:

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Befreien Sie sich von Überflüssigem


“Ich halte wenig davon, den anderen so zu modellieren, dass er der Richtige wird. Es gibt zwei verschiedene Arten, ein Kunstwerk zu erzeugen. Bilder entstehen, indem einer leeren Leinwand Farbe hinzugefügt wird. Bei Skulpturen schlägt der Bildhauer überflüssigen Marmor weg. Die Ehe funktioniert nach dem zweiten Prinzip. Die Vernunft liegt im Weglassen problematischer Dinge. Dazu gehören etwa die Idee von der Herstellbarkeit des Glücks, der Anspruch auf Gleichheit und die Vorstellung, Probleme wären lösbar.”

Arnold Retzer [Quelle: Systemmagazin]

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Wenn alles immer auf dieselbe Weise abläuft

Ich bin ja kein erklärter Anhänger von diversen Spaß-Mails, die uns allen tagtäglich von Freunden und Bekannten ins elektronische Postfach trudeln. Ein derartiges E-Mail hat mich gestern von einem lieben alten Schulfreund erreicht – und zwar zum Thema Paradigmenwechsel. Dessen Kernbotschaft finde ich äußerst interessant, deshalb möchte ich auch hier einige Zeilen dazu verlieren. Die in der kurzen Geschichte vorkommenden Affen spiegeln meiner Meinung nach auch so manche Aussagen von uns allen wieder. Wir alle sind in Organisationen (Firma, Verein etc.) und Familien eingebettet. Viele damit verbundenen Verhaltensmuster sind so selbstverständlich geworden, dass wir deren Hintergrund leider oft nicht mehr hinterfragen. “Das ist hier so üblich”, hätten die Affen in der Geschichte geantwortet, wenn sie sprechen könnten. Transformiert auf unseren Alltag lautet das dann so: “So läuft es eben in unserer Familie so” oder “Das ist unsere Team- oder Firmenkultur”.

Solche Justament-Aussagen lassen bei mir in Coachings und Aufstellungsprozessen (speziell im Vorinterview) die Alarmglocken schrillen. Oft müssen wir uns diesen verkrusteten Rahmenbedingungen vorab widmen, bevor wir uns als Gastgeber einer Aufstellung mit dem eigentlichen Anliegen beschäftigen.

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Die Finanzkrise konstruktivistisch betrachtet

Fritz B. Simon hat in “Simons Systemischer Kehrwoche”: wieder einmal sehr treffend ein aktuelles Phänomen unserer Zeit – nämlich die Finanzkrise – unter die konstruktivistische Lupe genommen.

Besonders gefällt mir dieser Teil:


Eigentlich ist diese Krise ja, ich wiederhole mich, ein großer konstruktivistischer Feldversuch, der belegen soll, dass Realität sozial konstruiert ist und dass diese Realität auf dieselbe Weise radikal verändert werden kann.
Allerdings gilt auch hier, wie bei anderen Experimenten auch, dass destruktive Effekte leichter zu erreichen sind als konstruktive.

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