Nun ist es soweit: das neue Blogprojekt “Systeme stellen” geht heute online. Seit weit über zehn Jahren beschäftige ich mich nun mit der Aufstellungsarbeit. Warum es nun doch so lange gedauert hat, dass ich meine Erfahrungen und Eindrücke zu dieser Arbeit erst jetzt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt mache? Ganz einfach, ich denke, dass es einer gewissen Praxis und Erfahrung bedarf, sich mit dieser Methode professionell auseinander zu setzen. Dabei sind für mich drei Säulen wesentlich:
- Selbsterfahrung mit persönlichen Anliegen im Aufstellungskontext
- Ständiges Lernen durch Teilnahme Systemaufstellungen als Repräsentant
- Fundierte Ausbildung, um die Methode kennen zu lernen und auch die eigenen Grenzen auszuloten
Besonders der letzte Punkt war mir in den letzten Jahren äußerst wichtig. Gerade deshalb, weil Systemaufstellungen gerne pauschal mit Familienaufstellungen und damit auch der nicht unproblematischen Person Bert Hellinger gleichgesetzt werden. Ich werde sicherlich in weiteren Beiträgen mich sehr kontroversiell mit der Person Hellinger auseinander setzen, hier möchte ich nur eines anmerken: Er hat sicherlich bahnbrechendes für die Entwicklung und Weiterentwickung der Aufstellungsarbeit geleistet. Punkt! Seinem in weiterer Folge eingeschlagenen Weg kann ich wie viele andere Kollegen allerdings nicht mehr nachfolgen.
Wo es beginnt und wo es endet
Ich denke, es ist gerade in der Ausbildung wichtig, auch die eigenen Grenzen kennen zu lernen. Als Nicht-Therapeut würde ich mich nie anmaßen, bei bestimmten Fragestellungen mit Familien- und Beziehungsarbeiten zu arbeiten. Meine Heimat sind Organisationen und Unternehmen. Dort fühle ich mich kompetent, als Gastgeber einer Aufstellung die Anliegenbringer professionell begleiten zu können. Vermittelt wurde mir diese Einstellung vor allem von den Vertretern der Grazer Gruppe, Guni Leila Baxa und Christine Blumenstein-Essen sowie von Christa Renoldner und Michael Blumenstein. Auch die Sichtweisen von Insa Sparrer möchte ich nicht missen – herzlichen Dank dafür!