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Wenn Aufstellungen zur Sucht werden

Jeder, der über einen längeren Zeitraum Aufstellungen leitet, kennt sie: die sogenannten “Aufstellungsjunkies”. Gemeint sind Personen, die ein Anliegen nach dem anderen in diversen Aufstellungen in sehr kurzen Abständen einbringen. Vordergründig sind es unterschiedliche Anliegen, blickt man hinter die Kulissen, dreht sich allerdings alles um ein “Generalthema”. Dieses scheint noch nicht gelöst zu sein – oder mehr noch: Die Person hat auch einen regelrechten Nutzen, dass dieses Problem noch nicht gelöst ist. Leider sind diese “Aufstellungsjunkies” auch der Meinung verfallen, dass es ausreicht, eine Aufstellung zu besuchen. Danach setzt ein magischer Prozess ein und alle Problem lösen sich in kurzer Zeit selbst auf. Dass damit die Aufstellungsarbeit völlig falsch betrachtet wird, muss hier wohl nicht extra betont werden.

Umgang mit “Aufstellungsjunkies”

Beim 1. Aufeinandertreffen mit einer derartigen Person ist es natürlich für den Gastgeber einer Aufstellung unmöglich, die Dynamik hinter diesem Verhalten zu erkennen. Spätestens nach der zweiten Aufstellung mit ein- und derselben Person, wo es sich um dasselbe Thema dreht, sollte aber mit dem “Junkie” ein vertiefendes Gespräch geführt werden. Auch auf die Gefahr hin, dass die Person nie wieder gesehen wird und in einer anderen Aufstellungsrunde bei einem anderen Aufstellungsleiter wieder auftaucht. Wenn sich alle Vertreter unserer Zunft an diese grobe Richtlinie halten würden, hätten wir sicherlich alle einen guten Schritt in Richtung Qualitätsverbesserung getan.

1 Kommentare zu Wenn Aufstellungen zur Sucht werden

  1. Alexander Lichtmannegger meint:

    13. Dezember 2011, 13:31 #

    hallo mr R,

    erste reaktion: klingt plausibel und nachvollziehbar
    zweite reaktion:
    fände der junkie in sich eine andere möglichkeit als suchtähnliches verhalten, würde er anders agieren. ad “vertiefend” kann ich mitgehen, wenn ich eine liebevolle haltung voraussetze. aber das wird ja mit “qualitätsverbesserung” gemeint sein . . .
    beratung, hilfe beruht in meinem bild von coaching auf einer tragfähigen vereinbarung, nichts anderes zu unterstützen, was vom problemraum in einen völlig offenen lösungsraum führt. ich lese gerade martin bubers “ich und du” und bin stark “under the influence”, dinge, strukturen noch einfacher, aber nicht simpler sehen zu wollen.
    lieber gruß – alexander L.

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