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Was ist eine verdeckte Aufstellung?

In jeder Form der Systemaufstellung – ganz gleich ob es sich um eine Variante einer Strukturaufstellung oder einer Familienaufstellung handelt – ist es möglich, die Aufstellung verdeckt durchzuführen. Was bedeutet nun “verdeckt”?

  • Die anwesenden Repräsentanten und Stellvertreter wissen nichts über das Problem, das der Anliegenbringer aufstellen möchte
  • Im Vorgespräch mit dem Klienten werden die gewählten Personen, Zustände (Ziele, Hindernisse, Ressourcen) oder Organisationsstrukturen (bei Firmenthemen) mit Buchstaben oder Zahlen kodiert

Zwei praktische Beispiele zum besseren Verständnis:

Für den Vater steht dann z. B. nur der Buchstabe “A”, für die Mutter “B”, für den Bruder “C” usw.

oder

Drei Abteilungen eines Unternehmens werden mit A1, A2 und A3 kodiert, für das Ziel steht dann nur ein “Z”

Natürlich stellt sich vielleicht jetzt für manchen Leser dieser Zeilen die Frage, wie das nun in der Aufstellung funktionieren kann. Ich kann diese Zweifler beruhigen und sagen: “Es funktioniert trotzdem!”

Dazu passend ein aktuelles Zitat einer Bekannten, die seit Jahren eine treue Repräsentantin bei meinen Aufstellungen in Graz ist. Das hat sie mir nach einer dieswöchigen verdeckt geführten Systemaufstellung gesagt:

Ich war total fasziniert, dass wir uns alle so schnell an die Abkürzungen gewöhnt haben!! Als du die Buchstaben vorgelesen hast, hab ich mir gedacht “Na bravo – das wird ein schönes Durcheinander” :-) – aber dem war dann gar nicht so! Echt super …

Ja, es ist auch für mich immer wieder ein Phänomen, dass sich die Repräsentanten rasend schnell auf diese Abkürzungen einstellen.

Wann empfiehlt sich eine verdeckte Aufstellung?

  • Wenn der Klient aus triftigen Gründen sein Anliegen nicht in der großen Runde der Repräsentanten schildern möchte
  • Wenn es in Organisationen um betriebliche Interna geht, die nicht nach außen dringen dürfen
  • Wenn ausgeschlossen werden soll, dass durch die erzählte Geschichte Repräsentanten zuviel in ihre Rolle hineininterpretieren – also “schauspielern”

Kompakter und präziser

Ich bin ein klarer Verfechter von verdeckten Aufstellungen, wenn diese angebracht sind. Denn interessanterweise sind die Rückmeldungen der Stellvertreter weit präziser und kompakter wie bei einer “offenen” Aufstellung. Vielleicht resultiert das durch die Reduktion bzw. Verdichtung auf das Wesentliche: das unausgesprochene Anliegen des Klienten. Einen weiteren Nebeneffekt habe ich auch des öfteren bemerkt: Die in unserer Fachsprache genannte “repräsentierende Wahrnehmung” ist bei verdeckten Aufstellungen auch oft klarer, was wiederum die Stellungsarbeit für mich als Aufstellungsleiter erheblich erleichtert.

Und was meinst du?




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