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Eine leichte Organisationsaufstellung, bitte!

Neulich bin ich gefragt worden, welche Art von Aufstellungen ich anbiete. “Hauptsächlich Organisationsaufstellungen”, lautete meine knappe Antwort. “Gott sei dank. Da komme ich auch mal mit einem Anliegen vorbei. Bei Organisationsaufstellungen geht das ja nicht so tief rein wie bei Familienaufstellungen.” Ehrlich gesagt, war ich ein wenig verblüfft ob dieser Aussage.

Mit einer Organisationsaufstellung wird ein anderes System betrachtet. Das System der Organisation oder des Unternehmens. Eine klassische Familienaufstellung betrachtet eben das Familiensystem. Natürlich ist es klar, dass familiäre Themen tiefer unter die Haut gehen als unternehmerische Themen. Man ist schließlich persönlich berührt. Doch halt, das ist eine Verallgemeinerung, die in vielen Fällen einfach nicht stimmt. Denn wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind, sind auch Organisationsaufstellungen ähnlich tiefgreifend:

Familienunternehmen

Wenn der Anliegenbringer aus einem Familienunternehmen kommt, spielt die Familiengeschichte auf einer anderen Systemebene immer mit in die Aufstellung hinein. Noch spannender ist es, wenn es sich um ein übernommendes Familienunternehmen handelt, das bereits seit mehreren Generationen besteht.

Unternehmen als Ersatz-Familie

Auch bei vielen Angestellten in Unternehmen ist das Phänomen zu beobachten, dass sie das Unternehmen, in dem sie arbeiten, als “Ersatz-Familie” sehen. Diese Personen habe teilweise einen sehr geringen sozialen Background wie Freunde, Familie oder Verwandte.

Früchte der Arbeit werden als “eigenes Baby” gesehen

Ich höre oft die folgende Aussage:
Seit eineinhalb Jahren beschäftige ich mit dem Projekt. Jetzt kommt es zum Roll-out und das Baby macht seine ersten Gehversuche. Hier haben wir es mit einer sehr hohen Identifikation mit einem Produkt, einer Idee oder einem Vorhaben zu tun. Kann sich der “Vater” oder die “Mutter” desselben nicht mehr abgrenzen, schafft das natürlich weitere Probleme.

Nicht einfacher und nicht schwerer

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Organisationsaufstellungen nicht “schwerer” oder “leichter” (um beim Anfangsbild zu bleiben) als andere Aufstellungsformen sind. Sie sind vielleicht anders. Aber ich habe in der Vergangenheit ganz “leichte” Familienaufstellungen (auch bei schweren Themen) und ganz “schwere” Organisationsaufstellungen (bei scheinbar leichten Themen) erlebt.

Und was meinst du?




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